Meine 7 Thesen zur Freiheit

1. Ich will lieber von einem Terroristen ermordet werden, statt mein ganzes Leben lang überwacht werden.

2. Edward Snowden gehört der Friedensnobelpreis überreicht, statt ihn an die USA auszuliefern.

3. Wir alle sollten unsere Regierungen dazu auffordern, aktiv gegen eine Überwachung und die Auslieferung Snowdens vorzugehen. Gerade hier in Deutschland haben wir (noch) eine demokratisch gewählte Regierung. Bald sind Wahlen. Wenn keine der Parteien ein solches Wahlprogramm anbietet, müssen wir eben entweder in großem Maße die Wahlen boykottieren und den eigenen Stimmzettel ungültig machen, oder eben eine eigene Partei gründen, die sich mit dieser Problematik auseinandersetzt.

Deutschland ist ein großes Land und wir können auch Druck auf andere Länder, wie Großbritannien oder die USA ausüben. Natürlich wird man uns belächeln und wieder nach Hause schicken, aber das passiert einzig und allein aus dem Grund, da die USA und Großbritannien davon ausgehen, dass wir auch wieder nach Hause gehen werden.

Wenn wir auf unser Recht auf Freiheit, ohne überwacht zu werden, bestehen und mit Militär, oder vielleicht sogar mit jedem einzelnen Bürger an der Grenze stehen, dann wird auch die dortige Bevölkerung aufwachen und die Regierung der USA und Großbritannien können das Ganze nicht einfach so leicht unter den Teppich kehren.

4. Ich wünsche mir, dass wir Bürger mehr Mut haben. Ich meine damit nicht den Mut, auf die Straße zu gehen und etwas zu zerstören. Dazu gehört kein Mut, das ist reiner Hass. Ich wünsche mir, dass wir Bürger friedlich protestieren. Natürlich werden wir auf Gegenwehr stoßen, vielleicht in den eigenen Reihen, spätestens an den Landesgrenzen. Wir dürfen uns davon aber nicht in unserem Glauben erschüttern lassen, dass die aktuelle Situation auf der Welt in eine falsche Richtung verläuft.

Es gehört unglaublich viel Mut dazu und das stellt uns vor ein Problem: Wenige einzelne Menschen werden diesen Mut haben und als geschlossene Masse werden wir diesen Mut ebenfalls besitzen. Wir müssen eine geschlossene Masse werden und das ist sehr schwierig. Der einzige Weg, wie wir das schaffen können, ist mit einer guten Organisation und viel Mundpropaganda. Wir müssen in unsere Familie über die aktuelle Situation reden und dass wir sie ändern werden, so dass wir wieder auf einer freien Erde leben können. Wir müssen auch mit unseren Freunden darüber reden, mit unseren Verwandten, Bekannten, Kollegen, ja, auch mit Fremden, mit denen wir ins Gespräch kommen. Wenn jeder darüber Bescheid weiß, so glaube ich, wird die Bereitschaft, etwas dagegen zu unternehmen, stärker sein.

5. Ich wünsche mir deine, der du das bis hier hin gerade gelesen hast, aktive Beteiligung. Für den Anfang würdest du mir schon sehr viel helfen, wenn du mir deine Meinung dazu sagst. Vielleicht hast du einen Fehler in meinem Gedankengang entdeckt. Möglicherweise weißt du, wie wir besser zu unserem Ziel kommen. Nur wenn wir zusammen arbeiten, können wir auch etwas erreichen. Das fängt hier im Kleinen an und endet mit unserer Freiheit.

6. Ich will keinen Hass schüren. Weder gegen die Regierungen und Geheimdienste der USA und Großbritanniens, noch gegen unsere eigenen Regierung. Wir haben so viel Hass auf dieser Welt und Hass ist das, was die Regierungen benutzen, um uns langsam unserer Freiheit zu berauben. Nur weil eine arme, verwirrte Seele eine schreckliche Tat vollbracht und Menschen ermordet hat, schüren Regierungen Hass gegen ganze Gruppierungen und wandeln unseren Hass in Angst. Was wir brauchen ist der liebevolle Umgang nicht nur untereinander, sondern auch der liebevolle Umgang mit den Regierungen und Geheimdiensten. Auch dort leben nur Menschen und auch diese Menschen haben Gefühle. Viele dieser Menschen sind vermutlich Opfer ihres eigenen Hasses, oder Opfer des Hasses ihrer Vorgesetzten geworden und handeln darum nun so, wie sie es derzeit tun. Wir dürfen diese Menschen nicht verurteilen, denn ich weiß, dass ich als Geheimagent genauso handeln würde. Ich würde euch genauso überwachen, weil ich es unter diesen Umständen und diesem Ort für das Richtige empfände.

Darum bitte ich dich, auch wenn du gleich hier kommentierst: Hilf mir und uns durch klare, konstruktive Gedankengänge eine friedliche Lösung für uns alle zu finden. Rede mit den Menschen in deinem Leben darüber, aber lass es nicht zu einem hasserfüllten Kneipengespräch ausarten. Wir brauchen unsere gesamte Kraft um auf einen grünen Zweig zu kommen und ich bin fest davon überzeugt, dass wir dies auch schaffen.

7. Danke, dass du bis hierher gelesen hast und diesen Beitrag nicht schon längst wieder weggeklickt hast. Du hast meine Erwartungen an dich übertroffen und ich möchte dir meine tiefe Dankbarkeit ausdrücken. Damit habe ich schon mehr erreicht, als ich es je für möglich gehalten hätte.

Hochwasser

Eine schreckliche Tragödie, die sich im Moment in Deutschland und Österreich abspielt. Hochwasser überflutet unser Land und zerstört alles, was ihm in die Quere kommt. Wir können aber – anders als normalerweise in unserer Gesellschaft – niemandem die Schuld in die Schuhe schieben. Die Natur ist wie sie ist, weder gut, noch böse.

Ich bete, dass niemand dabei zu Schaden gekommen ist und sich der materielle Schaden in Grenzen hält. Ich weiß, dass es schon Tote gab. In meine Gebete schließe ich sie ein.

Ich denke dabei aber auch daran, wie ich reagieren würde, wenn mir durch solch eine Katastrophe plötzlich alles genommen würde. Mein gesamter Besitz. Alles wofür und womit ich lebe, alles was mich glücklich macht. Und dann erinnere ich mich wieder an meine Katze, die nichts braucht, außer Essen und gute Freunde, um glücklich zu sein. Und ich merke, dass auch mir das reichen sollte. Materieller Besitz, zivilisierte Lebensumstände – das alles kann uns jederzeit genommen werden.

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Panorama vom Hochwasser unterhalb Schleuse Lauffen @ ca. 570cm Pegel Lauffen

Ich wäre unglücklich, würde ich mein Hab und Gut verlieren, doch ich frage mich: Wie lange? Könnte ich mich daran gewöhnen, frei zu sein? Frei von materiellem Besitz. Mit nichts als meinem Fell, Essen und guten Freunden ein schönes Leben führen?! So wie meine Katze???

Optimistisch sage ich: „Ja“ Und lächele. Materielle Dinge brauchen wir nicht zum Leben. Man kann uns alles nehmen, doch Optimismus und Glück sind Herzenssache. Dennoch bete ich – jetzt noch mehr – für die Menschen, die der Flut zum Opfer fielen. Dass sie ihre Angehörigen nicht verlieren, ihre Freunde und Mitbürger. Dass sie genug zu Essen haben und ein warmes, weiches Fell, in das sie sich kuscheln können. Und all den materiellen Besitz und die zivilisierten Lebensumstände, die ihnen so viel bedeuten.

Das wünsche ich ihnen von ganzem Herzen!