Dies ist weil jenes ist

Ich könnte niemals einen Menschen umbringen und könnte ihn auch nicht foltern. Weder Kinderschänder, Vergewaltiger und erst recht keine Mörder.

Warum? Weil diese Menschen durch uns alle zu dem werden was sie sind. Wir alle sind mit daran beteiligt, dass die Welt so ist wie sie ist. Ich selbst könnte in meinem nächsten Leben als Pirat geboren werden, der andere Menschen vergewaltigt und nur weil ich an diesem speziellen Ort in dieser speziellen Gesellschaft aufwachsen würde, würde ich zu jemandem werden, der anderen Menschen Leid zufügt.

Es geht nicht darum, diese Menschen möglichst grausam zu bestrafen, denn dadurch machen wir die Welt nicht besser. Ich verabscheue jede Art von Grausamkeit, denn sie ist niemals gerechtfertigt. Diese Menschen sind Opfer der Zeit und Umgebung in der sie leben und und als Opfer möchte ich sie auch behandeln. Wir sollten diese Menschen nicht bestrafen, sondern ihnen helfen, ein schönes Leben zu führen, in dem sie niemanden Schmerzen zufügen müssen.

Es ist so einfach. Wenn ein Erdrutsch ein Dorf verschüttet, bestrafen wir nicht den Berg, sondern helfen ihm, seinen Abhang sicherer zu machen. Weil er die Menschen unter sich nicht aus Boshaftigkeit begrub, sondern weil äußere Umstände wie Regen dazu geführt haben. Warum können wir nicht auch genau so über unsere Mitmenschen urteilen, statt jedes Mal direkt das Schlechteste in ihnen zu vermuten?

Fremde beschenken

Ich überlege, im Advent mit Keksen & kleinen Geschenken bewaffnet durch meine Heimatstadt Saarbrücken zu ziehen und den armen, hilfsbedürftigen Menschen dort draußen auf der Straße eine kleine Freude zu machen, indem ich sie unverhofft beschenke.

Ich weiß es ist nicht viel, aber ich könnte mir vorstellen, dass alleine der Gedanke vielen Bettlern mehr bedeutet, als alles Geld der Welt, das sie sich so erbetteln. Ich kann es einfach nicht ertragen, Tag für Tag an diesen Menschen vorbei zu gehen, so als würde ich sie gar nicht sehen, denn ich sehe sie jeden Tag nur allzu deutlich.

Adventszeit ist für mich die Zeit der Besinnung und die Zeit der Nächstenliebe. Wir alle sollten uns diese Zeit in unserem Herzen bewahren.