Dies ist weil jenes ist

Ich könnte niemals einen Menschen umbringen und könnte ihn auch nicht foltern. Weder Kinderschänder, Vergewaltiger und erst recht keine Mörder.

Warum? Weil diese Menschen durch uns alle zu dem werden was sie sind. Wir alle sind mit daran beteiligt, dass die Welt so ist wie sie ist. Ich selbst könnte in meinem nächsten Leben als Pirat geboren werden, der andere Menschen vergewaltigt und nur weil ich an diesem speziellen Ort in dieser speziellen Gesellschaft aufwachsen würde, würde ich zu jemandem werden, der anderen Menschen Leid zufügt.

Es geht nicht darum, diese Menschen möglichst grausam zu bestrafen, denn dadurch machen wir die Welt nicht besser. Ich verabscheue jede Art von Grausamkeit, denn sie ist niemals gerechtfertigt. Diese Menschen sind Opfer der Zeit und Umgebung in der sie leben und und als Opfer möchte ich sie auch behandeln. Wir sollten diese Menschen nicht bestrafen, sondern ihnen helfen, ein schönes Leben zu führen, in dem sie niemanden Schmerzen zufügen müssen.

Es ist so einfach. Wenn ein Erdrutsch ein Dorf verschüttet, bestrafen wir nicht den Berg, sondern helfen ihm, seinen Abhang sicherer zu machen. Weil er die Menschen unter sich nicht aus Boshaftigkeit begrub, sondern weil äußere Umstände wie Regen dazu geführt haben. Warum können wir nicht auch genau so über unsere Mitmenschen urteilen, statt jedes Mal direkt das Schlechteste in ihnen zu vermuten?

Fremde beschenken

Ich überlege, im Advent mit Keksen & kleinen Geschenken bewaffnet durch meine Heimatstadt Saarbrücken zu ziehen und den armen, hilfsbedürftigen Menschen dort draußen auf der Straße eine kleine Freude zu machen, indem ich sie unverhofft beschenke.

Ich weiß es ist nicht viel, aber ich könnte mir vorstellen, dass alleine der Gedanke vielen Bettlern mehr bedeutet, als alles Geld der Welt, das sie sich so erbetteln. Ich kann es einfach nicht ertragen, Tag für Tag an diesen Menschen vorbei zu gehen, so als würde ich sie gar nicht sehen, denn ich sehe sie jeden Tag nur allzu deutlich.

Adventszeit ist für mich die Zeit der Besinnung und die Zeit der Nächstenliebe. Wir alle sollten uns diese Zeit in unserem Herzen bewahren.

Öffentlich trotz Überwachung? Aber ja!

Wenn ich Diskussionen über die aktuellen Geschehnisse rund um PRISM, Tempora, NSA und BND verfolge oder selbst führe, stoße ich immer wieder auf Kommentare wie „Kann ich meine Daten sicherer machen?“ oder „Wie kann ich denn nun anonym im Internet surfen?“. Während ich am Anfang selber der Überzeugung war, dass die logische Konsequenz aus diesem Abhörskandal nur eine bessere Verschlüsselung und anonymeres Auftreten im Internet sein könnte, bin ich inzwischen zu einer anderen These gekommen. Michael Seemann hat das in einem Artikel der Zeit sehr schön zusammengefasst.

 

Es ist natürlich schön, sich zu Hause in seinen eigenen vier Wänden zu verkriechen und ungesehen seinen kleinen Lastern zu frönen, während man nach Außen hin ein perfektes und makelloses Selbstbild aufrechterhält. Es mag auch schön sein, zu Hause Dinge zu tun, die an der Grenze zur Illegalität stehen, ja, möglicherweise sogar eine Straftat darstellen. Solange das niemand weiß, ist es doch okay. Dass sich das Internet hervorragend dazu eignet, Schabernack zu treiben (An dieser Stelle möchte ich den geneigten Leser darauf hinweisen, dass ab sofort auch das Kommentieren meiner Artikel als „Gast“ möglich ist.) und Dinge zu tun, die man auf offener Straße niemals täte, ist wohl jedem hier bewusst. Es rennt eben niemand mit einem Aufnahmegerät in den Plattenladen, reißt alle CD-Hüllen auf und „rippt“ sich mal eben schnell die gesamte Musik. Das geht im Internet locker flockig von der Hand und darum tun es auch viele. Klar, dass Anonymität in diesem Fall etwas ganz wunderbares ist. Ich möchte weder die sogenannten Raubkopierer, noch die Musikindustrie hier verteufeln und meiner Meinung nach haben sie auch überhaupt nichts mit meinem Thema zu tun, denn hier geht es um ein Grundsatzproblem. Wenn alle Menschen des Landes etwas tun, zum Beispiel Musik kopieren, dann muss darüber geredet und eine offene Diskussion geführt werden. Darum geht es hier nicht.

Es geht auch nicht darum, ob es gut oder schlecht ist, dass die NSA und der BND uns überwachen. Das ist ganz klar ein Verstoß gegen unsere Rechte und somit in keinster Weise duldsam. Wir müssen aber der Tatsache ins Auge blicken, dass wir überwacht werden und dass auch kein Gesetzesbeschluss etwas daran ändern wird. Selbst wenn wir hier in Deutschland den BND dazu bekämen, ab sofort jegliche Überwachung zu unterlassen, würden NSA und Konsorten weiterhin nach ihrem eigenen Recht handeln. Selbst wenn wir uns hier in Deutschland technisch nach bestem Wissen abschotten, werden unsere Daten dennoch auch nach Amerika wandern. Google, Facebook, Twitter … all diese Firmen sind in den USA ansässig. Es gibt derzeit keine guten Alternativen hier in Deutschland und ich stelle die These auf, dass sich das in absehbarer Zeit auch nicht ändern wird. Wir müssen also mit dem Gedanken Freundschaft schließen, dass wir im Internet, und auch im Rest unseres alltäglichen Lebens, überwacht werden. Nur zur Verdeutlichung: Payback-Punkte, EC-Karten, Smartphones, Verkehrsüberwachungskameras, ja, sogar gewöhnliche Überwachungskameras, übertragen alle ihre Daten entweder online oder sind zumindest mit Geräten gekoppelt, die Zugang zum Internet besitzen. Sobald ein Gerät Internetzugang hat, ist es einem fremden Angreifer möglich, von irgendwoher Zugriff auf dieses Gerät zu erlangen und Daten auszuspähen. Das sollte für die NSA ein leichtes sein, haben sie doch genug geschultes Personal, Technik und erfolgreiche Kooperationen mit vielen großen Firmen wie Microsoft, Apple & Co.

Überwachungskamera im Finanzdistrikt New York
Überwachungskamera im Finanzdistrikt New York

Es gibt nun etwas, das mich weitaus mehr beunruhigt: Was, wenn Geheimdienste unsere Daten manipulieren? Was, wenn die Polizei morgen kinderpornografische Inhalte auf meinem Rechner findet, den sie heute beschlagnahmt hat, weil gestern jemand eben diese Daten dort drauf kopiert hat? Was, wenn mir plötzlich falsche Meinungen unterstellt werden, weil ich angeblich E-Mail Korrespondenz mit einem Schwerverbrecher hatte? Diese Überlegungen sind gar nicht so abwegig. Selbst Laien können E-Mails leicht fälschen und auch das Kopieren von Dateien auf einen fremden Rechner ist mit ein bisschen Know-How kein Hexenwerk. Wir reden hier immerhin von Geheimdiensten, die massenweise Geld dafür bekommen, sich in solchen Dingen zu spezialisieren.

Ich denke, dass wir in einer Zeit angekommen sind, in der unsere Privatsphäre einen immer kleineren Teil unseres Lebens einnimmt. Als meine Mama mir damals sagte „Kind, pass auf, mit wem du im Internet schreibst. Verrate niemandem deinen richtigen Namen“, da waren wir gerade dabei das Internet zu entdecken. Wir waren es gewohnt, dass wir einem Fremden auf der Straße nicht folgen dürfen. Heute folge ich auf Twitter mehr als 500 Menschen, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Das Internet hat unser Verständnis von Privatsphäre gewandelt. Warum sonst lachen wir, wenn Leute ihr Haus bei Google Streetview verpixeln lassen?! Ich habe in all den Jahren keine schlechte Erfahrung gemacht, fremden Menschen im Internet die Hand zu geben. Ich poste öffentlich auf Google+ und Facebook, schreibe auf Twitter, was ich morgens nach dem Aufstehen mache und wie ich meinen Nachmittag verbracht habe. Ich lasse meinen Gedanken auf meinem Blog hier freien Lauf und checke auf Foursquare in die Restaurants und Bars ein, die ich besuche. Es geht mir sehr gut dabei und ich bekomme wahnsinnig positives Feedback von den Menschen, die mir wiederum folgen.

Wenn ein Geheimdienst unsere Daten manipulieren möchte, dann ist es ihm ein leichtes, unsere Festplatte mit bösartigen oder illegalen Dateien zu kompromittieren. Es mag ihm auch leicht fallen, eine E-Mail Korrespodenz vorzutäuschen. Er wird jedoch ein unglaubliches Problem haben, meinen Beitrag auf Google+ zu ändern oder zu löschen. 1400 Menschen lesen was ich schreibe. Irgendjemand wird den Originalartikel gelesen haben und irgendjemand wird sich wundern, wenn er gelöscht wurde. Genug werden nachhaken, wenn ich behaupte, dass meine Daten manipuliert oder gelöscht wurden. Ich erinnere mich noch gut daran, als Domian, ein Moderator von 1LIVE, ein Facebook-Posting gelöscht wurde. Innerhalb kürzester Zeit musste Facebook sich entschuldigen, weil tausende Fans einen Wirbel darum machten. Das Internet vergisst nicht. Wenn ein Blog-Artikel heute gelöscht wird, so ist er morgen noch in diversen Cache- und Archiv-Seiten wie archive.org zu finden.

Es mag ein Quantensprung sein, von heute auf morgen seine bisherige Denkweise über den Haufen zu werfen. Ich sage nicht, dass ich kein Befürworter von Privatsphäre bin. Im Gegenteil schätze ich meine Privatsphäre hoch. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass Privatsphäre in der heutigen Zeit in diesem System Utopie ist. Wir besitzen keine Privatsphäre, wenn uns Programme wie PRISM und Tempora überwachen. Wir können uns aber gegen die Willkür der Geheimdienste NSA, BND & Co. zur Wehr setzen, indem wir unsere Daten mit unseren Freunden und unseren Bekannten teilen. Ja, ich vertraue meinen Freunden auf Facebook, meinen Followern auf Twitter und meinen Kreislingen auf Google+ mehr als jeder Regierung. Während die Einen meine Daten missbrauchen, werden die Anderen im schlimmsten Fall darüber lachen, dass ich heute Morgen meine Socken falsch herum angezogen habe. Und das dürfen sie gerne, denn wenn es hart auf hart kommt, werden sie Zeugen meiner Unschuld und Kämpfer gegen die Ungerechtigkeit, welche mir widerfährt, sein. Das ist es, was wir tun müssen. Wir brauchen ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir sollten nicht gegeneinander, sondern miteinander kämpfen und wenn ich in letzter Zeit immer häufiger sehe, wie wir alle genau das tun, dann erfüllt mich das mit einem gewissen Stolz. Wir können etwas bewegen, ohne viel dafür zu tun. Wir müssen nur achtsam sein, was um uns herum passiert und stets die Wahrheit suchen. Dann kann uns kein Geheimdienst und keine Regierung dieser Welt irgendetwas anhaben.

Und genau darum bitte ich dich: Teile diesen Artikel mit deinen Freunden. Auf Facebook, auf Twitter, auf Google+ oder wo auch immer du dich selbst im Internet bewegst. Tu es, damit wir öffentlich machen, was an die Öffentlichkeit gehört. Damit dieser Artikel auch morgen noch im Internet steht und an seiner Statt kein niedliches Katzenbild prangert. Ich habe mich in der Öffentlichkeit noch nie wohler und sicherer gefühlt als heute.

Wieviel sind dem Saarbrücker Restaurant „Die Burgerei“ zufriedene Kunden wert?

Als mein Dad mir heute von seinem ersten Besuch bei der Burgerei in Saarbrücken berichtete – ich gehe dort schon seit einigen Monaten gerne ab und an mal einen Veggie-Burger essen – war ich entsetzt, was er mir zu erzählen hatte: Er hatte einen außen verbrannten und innen rohen Burger vorgesetzt bekommen und als er dies reklamierte, wurde er einfach abgewiesen – ohne ein Wort der Entschuldigung oder ähnlichem. Nun habe ich in der Burgerei noch nie einen Fleischburger gegessen, weiß aber von meinem Dad, dass er ein leidenschaftlicher Fleischesser ist und er eigentlich wissen sollte, wie ein guter Burger auszusehen hat. Das Bild, welches er mir zusendete, bestätigte dies: Der Burger war außen verbrannt und innen roh.

Außen verbrannt, innen roh - der Burger, den mein Dad vorgesetzt bekam
Außen verbrannt, innen roh – der Burger, den mein Dad vorgesetzt bekam

Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass in meinem bisherigen Lieblingsburgerrestaurant so mit meinem Dad umgegangen wird, schrieb ich mir auf der offiziellen Facebook-Seite der Burgerei meinen Ärger von der Seele, in der Hoffnung, dass sich alles aufklären und zum Guten wenden würde. Ich bin der Meinung, dass gerechtfertigte Kritik auch harsch ausfallen darf (leider ist es heutzutage sogar so, dass man sich oftmals auf andere Weise gar kein Gehör verschaffen kann) und so machte ich direkt reinen Tisch. Wer so mit meinem Dad umgeht, bei dem überlege ich mir zweimal, ob ich noch mal Appetit bekommen werde, dorthin essen zu gehen.

So vergrault man sich Kunden:

Hab meinem Dad, einem leidenschaftlichen Burger-Liebhaber Die Burgerei empfohlen, da ich den Veggie-Burger dort sehr lecker finde. Die Fleischburger habe ich nie probiert.

Heute bekam ich dann dieses Bild von ihm zugeschickt: Außen verbrannt und innen roh. Dafür 15 Euro zu bezahlen und dann nicht mal eine Wiedergutmachung (oder zumindest eine Entschuldigung) zu erhalten, finde ich ziemlich respektlos.

Fehler können passieren, aber letztlich – so meine Meinung – ist der Kunde doch immer noch König. Ich werde mir künftig zweimal überlegen, ob ich jemals wieder dorthin essen gehen werde.

Facebook-Posting auf der offiziellen Seite der Burgerei heute Mittag
Facebook-Posting auf der offiziellen Seite der Burgerei heute Mittag

Das schrieb ich mittags. Als ich abends wieder auf Facebook surfte, um zu schauen, ob schon eine Antwort von offizieller Stelle gekommen war – ich rechnete nicht damit und ich hätte auch kein Problem damit gehabt, wenn die Antwort, wohlüberlegt, erst Montag oder Dienstag gekommen wäre – die Ernüchterung: Statt einer erhofften Antwort war der Eintrag gelöscht worden.

Der selbe Beitrag heute Abend
Der selbe Beitrag heute Abend

Ich frage mich: Wieviel sind der Burgerei ihre Kunden wert? Ist das ein Umgang mit Kunden, den ich mir von einem guten Restaurant wünsche? Natürlich, mein Beitrag war sehr harsch, das gebe ich zu, und ich hätte ihn ein paar Stunden später vermutlich auch wesentlich sanfter formuliert, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass hier berechtigte Kritik einfach gelöscht wird.

Nachdem ich mir die Facebook-Seite der Burgerei weiter anschaute, merkte ich, dass es außer den offiziellen Postings keine Kundenrezensionen gibt. Werden hier etwa öfter unliebsame Rezensionen einfach gelöscht? Und wo sind die positiven Stimmen?! Es gibt nur ein paar Kommentare unter den offiziellen Postings.

Was mir das Ganze gezeigt hat: Mit Kritik kann man in der Burgerei nicht umgehen. Das hat mein Dad live vor Ort erleben dürfen und das habe ich auch im Internet auf der offiziellen Facebook-Seite erfahren dürfen. So gut mir die Burger dort bisher auch geschmeckt haben: Für 15 Euro erwarte ich nicht nur einen guten Burger, sondern auch exzellenten Service. Zumindest letzteres haben die Jungs (und Mädels) von der Burgerei bei mir nicht hinbekommen. Und darum werde ich Die Burgerei ab sofort auch von meinen Lieblingsrestaurants streichen.

Denn das Herz isst bei mir mit.

Warum ich meinen Kindle Paperwhite nicht mehr hergebe

Als ich mir vor zirka einem Monat den Kindle Paperwhite bestellte, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Ich hatte viel über den Kindle gehört und noch mehr darüber gelesen. Dass es ein Leseerlebnis wie auf Papier sein sollte, selbst bei strahlendem Sonnenlicht, aber auch in der Dunkelheit angenehm zu lesen. Ich hatte gehört, dass E-Ink das „next big thing“ sein sollte und dass man mit dem Kindle nur noch alle paar Wochen – wenn überhaupt – eine Steckdose aufsuchen müsse.

Man hatte mir vorgeschwärmt und ich reagierte – wie so oft – kritisch. Ich hatte ein iPad, später ein iPad mini, und sowieso: Wer liest schon Bücher in elektronischer Form?! Die paar Bücher (die ich dann doch als eBook las – denn der Weg zum nächsten Buchladen ist im Endeffekt beschwerlicher, als zum selben Preis direkt auf der Couch liegen bleiben zu können) konnte ich unter einem schattigen Baum doch wunderbar lesen. Sofern die Sonne nicht durch die Äste schien und unter der Voraussetzung, dass ich genug Akku hatte, ging das sogar verdammt gut.

Ich ließ mich schließlich doch überreden – diesmal waren es weder Freunde, noch angesagte Tech-Blogs, die mir vom Kindle vorschwärmten, sondern ich selbst – und beschloss, mir den Kindle Paperwhite zu bestellen. Immerhin bietet Amazon ja ein 30 Tage-Rückgaberecht, von welchem ich schon oft Gebrauch gemacht habe, um Sachen einfach mal auszuprobieren.

Der Kindle Paperwhite bei Tageslicht
Der Kindle Paperwhite bei Tageslicht

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion schickte ich also meine Bestellung ab und musste, Prime sei dank, nur einen Dreivierteltag warten, bevor der Paketmann klingelte. Ausgepackt – interessant, dass das Päckchen gleichzeitig die eigentliche Verpackung ist – lag das gute Stück also vor mir und ich begutachtete es erst einmal von allen Seiten. Natürlich: Wie nicht anders zu erwarten, hatte Amazon eine Schutzfolie über das Display geklebt, welche mit einer tollen Schwarzweiß-Zeichnung eines lesenden Menschen unter einem Baum geschmückt war. Noch bevor ich die Folie abziehen wollte, kam mir ein Gedanke dazwischengeschossen: Was, wenn das keine Folie ist?!

Ich sah genauer hin und tatsächlich: Nach einem Druck auf den Anschalter (dem einzigen Knopf am Paperwhite, nicht wie beim iPhone, welches tatsächlich nämlich 5 Knöpfe / Schalter hat) veränderte sich das Display und ein Ladebalken erschien, gefolgt von einer kurzen, persönlichen Begrüßung. Das war also diese elektronische Tinte, von der jeder schwärmte und – verdammt – das Ding wusste meinen Namen! Hundert Pluspunkte dafür.

Das Display ist einfach phänomenal. Es ist nicht so hochauflösend wie ein iPad 3 / 4, sondern es sieht aus wie ein gedrucktes Buch. Die Buchstaben haben ebenfalls so ihre Ecken, Rundungen, Ausbuchtungen, wie sie entstehen, wenn man auf Buchpapier druckt. Kein Hochglanzprospekt, sondern eben ein gutes altes Buch. In hellem Sonnenlicht sehe ich den Text perfekt. Nichts blendet oder reflektiert. Wenn ich den Kindle genau in die Sonne drehe, wird das Display an der Stelle etwas heller, aber es blendet nichts. In Räumen kann ich die Hintergrundbeleuchtung aktivieren (das geht nur bei dem Paperwhite) und sehe die Schrift in schwarz auf fast weißem Hintergrund (Ohne Hintergrundbeleuchtung ist der Hintergrund grau, was aber in keinster Weise störend, sondern angenehm ist). Wenn ich im Bett ohne Nachttischlampe lesen möchte, kann ich die Beleuchtung auf ein Minimum reduzieren und bei fast völliger Dunkelheit bequem weiterlesen.

Nun, was soll ich sagen: Der Kindle Paperwhite hat mich vollkommen überzeugt! Es ist das perfekte Gadget zum Bücherlesen. Der Akku hält wochenlang (ich habe nicht nachgemessen), das Display ist eine wahre Augenweide, selbst nach stundenlangem Lesen. Er ist leicht und handlich, wie ein Taschenbuch und ich kann ihn individualisieren, indem ich mir größere Schrift oder sogar andere Schriftarten auswähle.

Natürlich gibt es auch Schattenseiten: So wird der Paperwhite niemals ein Ersatz zu meinem iPad mini werden, denn er hat eben nur ein Graustufendisplay. Apps laufen darauf nicht, aber das erwarte ich von einem eBook Reader auch nicht. Viele Leute haben sich auch über eine fleckige Hintergrundbeleuchtung beschwert und ja, ich sehe diese Flecken bei mir auch, aber sie sind nur leicht und schwach. Wer schon mal mit einem richtigen Buch unter einem Baum im Schatten gesessen hat, wird mehr Flecken gesehen haben, wenn die Sonne durch die Blätter geschienen hat. Außerdem gibt es beim Paperwhite auch Deadpixel. Damit meine ich nicht die tausend kleinen, symetrisch angeordneten hellen Mini-Nicht-Pixel, die das gesamte Display überziehen, sondern 3 oder 4 etwas dickere tote Pixel. Das stört beim Bilder anschauen (der Paperwhite hat auch einen integrierten Browser), aber beim Textlesen fallen diese in keinster Weise auf.

Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Einblick in die Welt des Kindle Paperwhite geben. Ich habe mich im Übrigen spezeill für den Paperwhite entschieden, da der normale Kindle keine Hintergrundbeleuchtung und der Kindle Fire ein normales Display hat, wie jedes handelsübliche Tablet, und kein augen- und batterieschonendes E-Ink Display.

Wenn du also mit dem Gedanken spielen solltest, dir einen Kindle zuzulegen – und diesen Gedanken hast du, sonst hättest du nicht bis hier her gelesen – dann lass dir von mir sagen: Tu es! Du kannst nichts falsch machen. Ich würde meinen Kindle nie wieder hergeben und werde auch heute Abend vor dem Schlafengehen wieder ein paar Seiten … oder Kapitel … oder Bücher … lesen. Wenn du gerne liest, wirst du den Kindle lieben. Und falls doch nicht: 30 Tage sollten zum Ausprobieren genügen. In der Zeit hast du jederzeit die Möglichkeit, ohne Angabe von Gründen, deine Bestellung bei Amazon zu stornieren, zurückzusenden und dein Geld wieder zu bekommen.

Meine 7 Thesen zur Freiheit

1. Ich will lieber von einem Terroristen ermordet werden, statt mein ganzes Leben lang überwacht werden.

2. Edward Snowden gehört der Friedensnobelpreis überreicht, statt ihn an die USA auszuliefern.

3. Wir alle sollten unsere Regierungen dazu auffordern, aktiv gegen eine Überwachung und die Auslieferung Snowdens vorzugehen. Gerade hier in Deutschland haben wir (noch) eine demokratisch gewählte Regierung. Bald sind Wahlen. Wenn keine der Parteien ein solches Wahlprogramm anbietet, müssen wir eben entweder in großem Maße die Wahlen boykottieren und den eigenen Stimmzettel ungültig machen, oder eben eine eigene Partei gründen, die sich mit dieser Problematik auseinandersetzt.

Deutschland ist ein großes Land und wir können auch Druck auf andere Länder, wie Großbritannien oder die USA ausüben. Natürlich wird man uns belächeln und wieder nach Hause schicken, aber das passiert einzig und allein aus dem Grund, da die USA und Großbritannien davon ausgehen, dass wir auch wieder nach Hause gehen werden.

Wenn wir auf unser Recht auf Freiheit, ohne überwacht zu werden, bestehen und mit Militär, oder vielleicht sogar mit jedem einzelnen Bürger an der Grenze stehen, dann wird auch die dortige Bevölkerung aufwachen und die Regierung der USA und Großbritannien können das Ganze nicht einfach so leicht unter den Teppich kehren.

4. Ich wünsche mir, dass wir Bürger mehr Mut haben. Ich meine damit nicht den Mut, auf die Straße zu gehen und etwas zu zerstören. Dazu gehört kein Mut, das ist reiner Hass. Ich wünsche mir, dass wir Bürger friedlich protestieren. Natürlich werden wir auf Gegenwehr stoßen, vielleicht in den eigenen Reihen, spätestens an den Landesgrenzen. Wir dürfen uns davon aber nicht in unserem Glauben erschüttern lassen, dass die aktuelle Situation auf der Welt in eine falsche Richtung verläuft.

Es gehört unglaublich viel Mut dazu und das stellt uns vor ein Problem: Wenige einzelne Menschen werden diesen Mut haben und als geschlossene Masse werden wir diesen Mut ebenfalls besitzen. Wir müssen eine geschlossene Masse werden und das ist sehr schwierig. Der einzige Weg, wie wir das schaffen können, ist mit einer guten Organisation und viel Mundpropaganda. Wir müssen in unsere Familie über die aktuelle Situation reden und dass wir sie ändern werden, so dass wir wieder auf einer freien Erde leben können. Wir müssen auch mit unseren Freunden darüber reden, mit unseren Verwandten, Bekannten, Kollegen, ja, auch mit Fremden, mit denen wir ins Gespräch kommen. Wenn jeder darüber Bescheid weiß, so glaube ich, wird die Bereitschaft, etwas dagegen zu unternehmen, stärker sein.

5. Ich wünsche mir deine, der du das bis hier hin gerade gelesen hast, aktive Beteiligung. Für den Anfang würdest du mir schon sehr viel helfen, wenn du mir deine Meinung dazu sagst. Vielleicht hast du einen Fehler in meinem Gedankengang entdeckt. Möglicherweise weißt du, wie wir besser zu unserem Ziel kommen. Nur wenn wir zusammen arbeiten, können wir auch etwas erreichen. Das fängt hier im Kleinen an und endet mit unserer Freiheit.

6. Ich will keinen Hass schüren. Weder gegen die Regierungen und Geheimdienste der USA und Großbritanniens, noch gegen unsere eigenen Regierung. Wir haben so viel Hass auf dieser Welt und Hass ist das, was die Regierungen benutzen, um uns langsam unserer Freiheit zu berauben. Nur weil eine arme, verwirrte Seele eine schreckliche Tat vollbracht und Menschen ermordet hat, schüren Regierungen Hass gegen ganze Gruppierungen und wandeln unseren Hass in Angst. Was wir brauchen ist der liebevolle Umgang nicht nur untereinander, sondern auch der liebevolle Umgang mit den Regierungen und Geheimdiensten. Auch dort leben nur Menschen und auch diese Menschen haben Gefühle. Viele dieser Menschen sind vermutlich Opfer ihres eigenen Hasses, oder Opfer des Hasses ihrer Vorgesetzten geworden und handeln darum nun so, wie sie es derzeit tun. Wir dürfen diese Menschen nicht verurteilen, denn ich weiß, dass ich als Geheimagent genauso handeln würde. Ich würde euch genauso überwachen, weil ich es unter diesen Umständen und diesem Ort für das Richtige empfände.

Darum bitte ich dich, auch wenn du gleich hier kommentierst: Hilf mir und uns durch klare, konstruktive Gedankengänge eine friedliche Lösung für uns alle zu finden. Rede mit den Menschen in deinem Leben darüber, aber lass es nicht zu einem hasserfüllten Kneipengespräch ausarten. Wir brauchen unsere gesamte Kraft um auf einen grünen Zweig zu kommen und ich bin fest davon überzeugt, dass wir dies auch schaffen.

7. Danke, dass du bis hierher gelesen hast und diesen Beitrag nicht schon längst wieder weggeklickt hast. Du hast meine Erwartungen an dich übertroffen und ich möchte dir meine tiefe Dankbarkeit ausdrücken. Damit habe ich schon mehr erreicht, als ich es je für möglich gehalten hätte.